Robert-Stolz-Straße 33

Bavaria-Ärztehaus

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Pollenallergie

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Was ist eine Pollenallergie?

Die Pollenallergie (Heuschnupfen) ist eine Allergie auf oft bereits kleinste Mengen bestimmter Pflanzenpollen. Die Auslöser sind Eiweißstoffe im Innern der Pollen. Die Pollenkörner windbestäubender Pflanzen zählen zu den Hauptauslösern des sog. Heuschnupfens. Eine einzige Roggenpflanze produziert etwa 21 Millionen Pollen, eine Sauerampferpflanze sogar bis zu 400 Millionen Pollen. Die Pollenallergie tritt saisonabhängig auf, in der Blütezeit der Allergie auslösenden Pflanzen kommt es zu Symptomen wie Niesen, Schnupfen, behinderter Nasenatmung, juckende und tränende Augen oder auch zu asthmatischen Beschwerden. Der Blütenstaub, der sogenannte Blütenpollen, ist mikroskopisch klein und so leicht, dass er bis zu 1500 m hoch und mehr als 300 km weit fliegen kann. Am häufigsten sind Allergien gegen Pollen der früh blühenden Bäume. Dazu gehören Birke, Hasel und Erle. Ebenfalls weit verbreitet sind Allergien gegen die Pollen von Gräsern. Zur Pollensaison atmen wir schätzungsweise 8000 Blütenpollen pro Tag ein. Nur sehr wenige reichen bereits, um bei Allergikern die Symptome auszulösen.

 

 

Je nach Pollenflugsaison spricht man von:

  • Frühblühern: z.B. Erle und Hasel

  • Mittelblühern: z.B. Birke und Rotbuche

  • Sommerblühern: z.B. Gräser und Getreide

  • Spätblühern: z.B. Beifuß, Brennnessel

 

 

Die typischen Symptome

Typischerweise beginnt die Pollenallergie mit Beschwerden wie Juckreiz in der Nase und Rötung und Fremdkörpergefühl der Augen. Je nach Intensität des Pollenflugs beginnt dann oftmals schlagartig das Vollbild der Erkrankung mit weißlich-wäßrigem Sekretfluss, massivem Juckreiz, anfallsartigen Niesattacken und Nasenatmungsbehinderung. Gemeinsam mit den Beschwerden tritt oftmals ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Schwäche, Müdigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit auf.

 

Was ist eine Kreuzallergie?

Hier reagiert unser Immunsystem auf andere Eiweißstoffe, die denen der Polleneiweiße stark ähneln.

 

Typische Beispiele für Kreuz-Reaktionen sind:

Birke-, Erle- und Haselnusspollenallergiker reagiert häufig ebenfalls allergisch beim Genuss von Kernobst, Steinobst, Hasel- und Walnüssen, Erdnüssen, Mandeln oder Kiwi. Eine Allergie gegen Beifuß oder Wegerich ist oft mit einer Allergie gegen Sellerie, Möhren, Paprika, Knoblauch oder Kamille verbunden, während Gräser- und Roggenpollen-Allergiker eher auf Sojamehl, Getreidemehl und Erdnüsse allergisch reagieren.

 

 

Tipps für den Alltag

 

  • Fenster und Türen zurzeit des größten Pollenflugs geschlossen halten

 

  • Aufenthalt im Freien dosieren; Spaziergänge, Sport etc. den gegebenen Verhältnissen anpassen und zurzeit des höchsten Pollenfluges vermeiden

 

  • Haare vor dem Schlafengehen waschen, um Pollen zu beseitigen, die sich sonst im Bett ablagern und eingeatmet werden

 

  • Pollenbelastete Kleidung außerhalb des Schlafzimmers wechseln

 

  • Wäsche nicht im Freien trocknen

 

  • Bei Autofahrten sollten die Fenster geschlossen bleiben. Sinnvoll ist, Pollenfilter in die Innenraumluftzufuhr einbauen zu lassen.

 

 

Bei der Urlaubsplanung den örtlichen Pollenflug berücksichtigen:

 

  • Nordeuropa blühen Gräser, Bäume und Getreide generell später als in Mitteleuropa

 

  • Birkenpollen treten in Skandinavien oft in hohen Konzentrationen auf. In Südwesteuropa, im südlichen Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln sind Birkenpollen dagegen kaum nachweisbar

 

  • Im Hochgebirge besteht ab ca. 1500–1800 m eine deutlich geringere und zeitlich kürzere Pollenbelastung als im Flachland. Die Gräserblüte dauert selten deutlich länger als 2 Wochen, kann jedoch intensiv sein. Ab Anfang Juli kann man in den Alpen oberhalb von 2000 m mit Pollenfreiheit rechnen.

 

  • Küstenlandschaften sind dann empfehlenswert, wenn überwiegend Seewinde herrschen. In Europa sind die Nordseeküsten sowie die französische, spanische und portugiesische Atlantikküste (weniger Ostsee) durch ihre geographische Lage als pollenarm einzustufen (weite Wasserflächen in Nordwest-Richtung bei überwiegenden NW-Winden). Im europäischen Mittelmeerraum ist küstennah eine geringe Gräser- und Birkenpollenbelastung zu finden. Entsprechendes gilt für küstennahe Inseln.

 

 

Behandlungsmöglichkeiten

 

Wichtigste Maßnahme ist natürlich das Vermeiden bzw. Reduzieren des Allergenkontaktes durch oben genannte Maßnahmen. Eine vollständige Vermeidung von Pollen ist jedoch wegen deren weit verbreiteten Vorkommens nicht zu erreichen.

Abhängig von Ausmaß, Art und Lokalisation der Beschwerden kommen daher entsprechende antiallergische Medikamente zum Einsatz, sogenannte Antihistaminika oder auch Kortisonpräparate. Diese Medikamente wirken schnell und ermöglichen eine Linderung oder gar eine Beseitigung der allergiebedingten Beschwerden - aber nur für die Dauer der Anwendung.

Die einzige Behandlungsmethode, die Einfluß auf das durch die Allergie veränderte Immunsystem nimmt und somit an der Ursache der Erkrankung ansetzt ist die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Diese kann eine Minderung, teilweise sogar eine Rückbildung der Krankheitssympotome bewirken. Die Therapie ist umso effektiver, je früher sie im Krankheitsverlauf eingesetzt wird. Eine Behandlung beträgt in der Regel 3 Jahre und  kann auf verschiedenen Wegen erfolgen (Injektionen, Tabletten/Tropfen).

Eine frühe Behandlung ist sinnvoll und sollte insbesondere auch zur Vermeidung eines sogenannten Etagenwechsels (d.h. ein Übergreifen der Allergie von den oberen auf die unteren Atemwegen und damit das Risiko der Entstehung eines Asthma bronchiale) angestrebt werden.